ORANGE 1-2015
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Wie nicht von dieser Welt ...

... so wirken die schwerelosen Bewegun-

gen in den – zugegebenermaßen mit

ein wenig Tricktechnik entstandenen –

Martial-Arts-Filmen wie

Tiger and Dragon

.

Wie ebenfalls nicht von dieser Welt, vor al-

lem nicht der unseren westlichen, wirken

auch die großen Gruppen der

im frühmorgendlichen Blau

trainierenden, mit seiden-

schimmernden Trainings-

anzügen ausgestatteten

Chinesen. Letztere üben

Tai-Chi-Chuan

.

„Den Affen abwehren“

Tai-Chi-Chuan

(sprich: tai tschi tschuän, an-

dere Schreibweise: taijiquan, oft abgekürzt

zu Tai-Chi), das sind klar umschriebene

Bewegungsabläufe von aufeinanderfolgen-

den, zumeist fließenden Bewegungen.

Dabei gibt es unzählige Stile, die sich

unter anderem in der Anzahl der Figuren,

also der zusammengefassten Bewegungs-

abläufe, unterscheiden: Da gibt

es die 24er Peking-Form als

vereinfachte

Form des Tai-Chi-

Chuan, die 42er und 48er Form,

die Bewegungsabläufe nach Wil-

liam C. C. Chen (die es als Formen mit

60, 64 oder 132 Stellungen gibt), die 37

Stellungen nach Cheng Man Ching und

einige weitere mehr. Eine Beschreibung

mancher Stile bietet zum Beispiel die

Internetseite

www.taiji-europa.de

.

Die Figuren, bzw. Stellungen, werden

jeweils alle hintereinander ausgeführt,

was insgesamt dann die sogenannte

Form

ergibt. Die Durchführung einer ganzen

Form erscheint dann fast wie ein wunder-

barer Tanz in Zeitlupe.

Außerdem gibt es noch die sogenannten

Waffenformen, zum Beispiel mit Schwert

oder Stock, und die Partnerübungen, bei

denen man zu zweit trainiert (auch

Tuis-

hou

oder

pushing hands

genannt).

Jede einzelne der meist komplexen Bewe-

gungsformen im Tai-Chi-Chuan hat einen

sichtbaren Bezug zur Selbstverteidigung

oder lässt sich aus ihr ableiten.

DD

sportlich sein

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