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Geräusch ausreichte, um Speichelfluss
auszulösen – ohne dass Futter in Sichtwei-
te war) verbinden wir bestimmte Tätig-
keiten, Tageszeiten oder Gewohnheiten
mit dem Griff zur Zigarette. Die Tasse
Kaffee, das Telefonat mit dem besten
Freund, das reichhaltige Mittagessen – sie
alle „fordern“ zum Rauchen auf, obwohl
von körperlicher Seite her das Nikotin
vielleicht noch gar nicht nötig wäre. Auch
die Erwartung der unmittelbar angeneh-
men Folgeerscheinungen des Zigaret-
tenkonsums (z. B. „Ich rauche jetzt erst
einmal, um runterzukommen“) „treibt“
den Raucher weiter in die psychische
Abhängigkeit: Entspannung, Leistungs-
fähigkeit und der Genuss bestimmter
Tätigkeiten oder Lebensmittel werden
ohne begleitende Zigaretten nur noch
für schwer möglich gehalten.
Einnahme dieses Giftes mit Vergiftungs-
erscheinungen wie Schwindel, Übelkeit,
Erbrechen. Doch sind diese negativen
Effekte verwunden, entfaltet das Nikotin
seinen gefährlichen Zauber: Aufmerk-
samkeit, Merkfähigkeit und Stresstoleranz
nehmen zu, während Nervosität und
innere Anspannung abgebaut werden.
Diese Effekte treten bereits sechs bis acht
Sekunden nach dem ersten Zug ein und
halten bis zu 120 Minuten an. Je länger
und mehr man allerdings raucht, desto
schneller lässt die Wirkung nach. Starke
Raucher brauchen schon nach ca. 30 Mi-
nuten wieder die nächste „Dröhnung“.
Vielleicht noch schwerwiegender ist
die psychische Abhängigkeit, in die
man sich unbemerkt begibt. Wie beim
pawlowschen Hund (bei dem schon ein
Tipp für alle angehenden Nichtraucherinnen
Wen überrascht das? PMS und Rauchstopp vertragen sich
nicht gut: In den Tagen vor den Tagen hat frau ein stärkeres
Rauchverlangen sowie heftigere Entzugssymptome und neigt
eher dazu, wieder schwach zu werden. Halte bei der Planung
Deines Rauchstopps also auch Deinen Menstruationszyklus
im Auge, das vergrößert die Aussicht auf Erfolg.
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ratsam
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