ORANGE 1-2014 - page 14

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Fett – der 6. Geschmackssinn?
Der Mensch hat 5 Geschmackssinne: süß, sauer, salzig,
bitter und „umami“ (herzhaft bzw. würzig). Und lange Zeit
hieß es, Fett sei „nur“ der Geschmacksträger für andere
Geschmacksnuancen. Immer mehr aber weist darauf hin,
dass wir auch Rezeptoren für „Fett“ auf der Zunge haben.
denn so sinkt der Fettkonsum insgesamt.
Leider werden aber auch weniger pflanz-
liche Öle verbraucht und damit auch
weniger mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
Und das ist gar nicht positiv.
Fett – böse oder gut?
Die Frage in der Überschrift ist schon
nicht ganz korrekt. Richtiger wäre es, nach
„gesättigt“ (eher böse) und „ungesättigt“
(eher gut) zu fragen. Gesättigte Fettsäuren
stecken vor allem in tierischen Lebensmit-
teln wie Sahne, Speck, Käse, Wurst und
Fleisch. Gesünder als diese Fettsäuren sind
die ungesättigten Fettsäuren. Diese gibt
es in den Varianten „einfach ungesättigte“
und „mehrfach ungesättigte“ (z.B. Ome-
ga-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren).
Die letzteren, also die „mehrfach unge-
sättigten“ sind die Extra-Guten unter den
Fettsäuren und können nur durch die
Nahrung aufgenommen werden. Sie sind
„essenziell“, das heißt, der Körper kann sie
nicht selbst herstellen – im Gegensatz zu
allen anderen Fettsäuren.
Das Verhältnis macht‘s!
Beide Arten dieser Fettsäuren sind wichtig
für uns, denn aus ihnen werden wichtige
hormonähnliche Regulatorstoffe gebildet.
Die Omega-6-Fettsäuren sind zwar wichtig
für die Wundheilung oder die Infektions-
abwehr. Aus ihnen entstehen aber auch
Botenstoffe, die entzündlicher wirken als
die Botenstoffe, die aus den Omega-3-Fett-
säuren entstehen.
Mit einer „westlichen“ Ernährungsweise
nehmen wir leider oftmals deutlich mehr
Omega-6-Fettsäuren auf, als gut für uns ist.
Eigentlich sollten wir auf keinen Fall mehr
als fünfmal so viele Omega-6-Fettsäuren
wie Omega-3-Fettsäuren zu uns nehmen.
In der Regel konsumieren wir jedoch zehn
bis zwanzigmal mehr Omega-6-Fettsäuren,
denn diese sind in tierischen Fetten ent-
halten(wie Milchprodukten, rotem Fleisch
usw.), die ja gerne auf unseren Speise-
plänen stehen.
Wie viel man von welchen Fettsäuren zu
sich nehmen sollte, zeigt die Tabelle auf
Seite 15.
Fazit
Fett ist auf keinen Fall so schlecht wie
sein Ruf. Es kommt nur drauf an, mit den
Fetten in der Nahrung richtig umzugehen:
Die Zusammensetzung der Fettsäuren ist
das Wichtigste.
Wenig gesättigte Fettsäuren und vor allem
weniger Transfettsäuren! Mehr einfach
und mehrfach ungesättigte Fettsäuren!
Dann ist alles beinahe in Butter ...
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