Müsste man einen Begriff benennen, der in
den letzten Monaten quer durch die Bank
in allen wirtschaftlichen und politischen
Bereichen im Munde geführt wurde –
die liebe „Nachhaltigkeit“ stünde wahr-
scheinlich an erster Stelle: Denn will man
beweisen, dass man sich „kümmert“, dass
man verantwortungsbewusst handelt, wird
sie gnadenlos eingesetzt. Was aber wirklich
mit diesem Begriff gemeint ist, wissen die
Wenigsten von uns.
Der Duden definiert
Nachhaltigkeit
auch als
„Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht
werden darf, als jeweils nachwachsen, sich
regenerieren, künftig bereitgestellt werden
kann“, und ein bisschen wundert man
sich, dass dieses Thema erst jetzt aktuell
wird. Denn sollte nicht im Hinblick auf die
Tatsache, dass wir ja alle auch noch in zehn,
zwanzig oder fünfzig Jahren auf diesem
Planeten leben wollen, nicht all unser Tun
und Handeln „nachhaltig“ sein? JA, sagt die
Vernunft, aber der innere Schweinehund
knistert so laut mit der Chipstüte aus un-
verrottbarem Plastik, dass sie im Alltag oft
keine Chance hat, gehört zu werden.
Dabei wollen wir ja durchaus unser Scherf-
lein dazu beitragen, die Welt zu retten.
Doch – nur wie?
Bewusstere Ernährung kann ein erster
Schritt zu einem insgesamt „nachhaltige-
ren“ Lebenswandel sein. Aber worauf gilt es
bei nachhaltiger Ernährung zu achten?
In seinem Buch „Nachhaltig genießen“
erläutert der Autor Dr. Karl von Koerber,
auf welche Komponenten wir bei der Aus-
wahl unserer Lebensmittel achten sollten.
Zum einen, eigentlich ganz klar: Welchen
Einfluss hat meine Ernährung auf mich als
Individuum, auf meine Gesundheit?
Zweiter Aspekt: Wie beeinflusst der Kauf ei-
nes bestimmten Produkts die Gesellschaft,
d.h. wie sozial verträglich ist es?
Als Drittes folgt die Frage nach der Umwelt-
verträglichkeit, und zuletzt sollte man auch
noch bedenken, welche wirtschaftlichen
Folgen, sowohl regional als auch global, der
Einkauf nach sich zieht.
Alles zu abstrakt?
Nehmen wir die Banane als ein Beispiel.
Was ihren Nährwert und somit ihre
Wirkung auf die individuelle Gesundheit
betrifft: 10 von 10 Punkten. Bananen sind
leicht verdaulich, liefern Energie, die durch
den Fruchtzucker schnell ins Blut über-
geht, und enthalten zahlreiche Mineral-
stoffe und Vitamine. Aber wie sieht es mit
Punkt 2, der sozialen Verträglichkeit, aus?
Bananen werden in tropischen und sub-
tropischen Gebieten rund um den Globus
kultiviert. Anbau, Pflege und Ernte sind
überwiegend nur in Handarbeit möglich.
Nachhaltige Ernährung
Was Ihr machen könnt, um ein kleines bisschen die Welt zu retten
Web:
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Buch:
von Koerber/Hohler: Nachhaltig genie-
ßen. Rezeptbuch für unsere Zukunft.
Trias: 2012, 19.99 Euro
Gesunde Ernährung leicht gemacht
Viele Infos dazu, wie die BKK vor Ort Euch
dabei hilft, Euch gesund und z.B. fettarm
zu ernähren, gibt es im Artikel „Frisch und
Fit durch den Frühling“ (S. 4 –11)
.
Foto: ©photocase.de/cydonna
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