Inform 3 / 2015
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GmbH & Co. KG, Preetz,

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vierteljährlich

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weder ein Leistungsan-

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Titel: © svetikd / istock

Liebe Leserinnen und Leser –

nun ist auch dieses Jahr fast vorbei. 2015 ver-

abschiedet sich und macht diesmal Platz für

neue 366 Tage. Ereignisreich war es, das fast

vergangene Jahr. Und auch 2016 hat für die

Gesetzlichen Krankenkassen große Herausfor-

derungen zu bieten.

Krankes System

Das deutsche Gesundheitssystem ist krank.

Angeschlagen von gut gemeinten Reformen,

von Überlegungen, die oft genug von Lobbyis-

ten gesteuert werden. Mittendrin der Gesund-

heitsminister. Merkels früherer Generalsekre-

tär gibt sich gern als Macher, als Kenner der

Szene, der all seine Vorgänger – Rösler, Bahr

oder Ulla Schmidt – in dieTasche stecken kann.

Hermann Gröhe sieht sich in seiner politischen

Ausrichtung abgesichert durch den Schutz von

Angela Merkel. Ob das reicht, angesichts des

durchsetzungsfähigen Finanzministers Wolf-

gang Schäuble? Mehr als 10 Milliarden Euro

hat er dem Gesundheitsfonds und damit den

Krankenkassen in den letzten Jahren an Steu-

erzuschüssen entzogen, um die »schwarze

Null« des Bundesetats zu erreichen. Man darf

also die zugesagten gut 11 Milliarden Euro für

das Jahr 2016 angesichts von Flüchtlingspro-

blemen und Gewaltaktionen stark anzweifeln.

Der Druck auf die Krankenkassenbeiträge steigt

stetig; wenn Reserven zweckentfremdet wer-

den umso mehr! Jede – bis auf zwei Exoten –

Gesetzliche Krankenkasse erhebt bereits jetzt

einen Zusatzbeitrag. Trotzdem schmelzen die

Rücklagen wie Schnee in der Sonne.

Was kommt auf dieVersicherten der

Gesetzlichen Krankenkassen zu?

Deutlich höhere Kosten und deutlich höhere

Beiträge. Und das gilt nicht nur für 2016, son-

dern gerade auch für das Bundestagswahljahr

2017. Die Gesundheitsreformen von Gröhe füh-

ren nach Berechnungen von Experten im Zeit-

raum zwischen 2015 und 2020 zu Mehrkosten

von 40 Milliarden Euro. Da die Beitragssätze

für die Arbeitgeberseite festgeschrieben sind,

werden die Mehrkosten jetzt über Zusatzbei-

träge allein auf die Versicherten abgewälzt.

Obendrein wird ein lange bekannter Kardinal-

fehler nicht behoben: Die Zuweisungen aus

dem Gesundheitsfonds reichen den meisten

Krankenkassen zur Finanzierung der medizini-

schen Versorgung ihrer Versicherten nicht aus.

Das unausgewogene Finanzausgleichssystem

müsste längst reformiert werden. Auch hier

haben Gröhe und seine Administration eine

Chance verpasst.

Um das gesamte System zukunftsfähig auf-

zustellen, müssen an wichtigen Eckpfeilern

Veränderungen herbeigeführt werden:

1. Neuordnung des Gesundheitsfonds!

Mehr

Transparenz und eine gerechte Verteilung der

Gelder für einen fairen Kassenwettbewerb. Der

Zusatzbeitrag muss der Kasse gehören und

nicht nach einem undurchsichtigen System

verteilt werden.

2. Kosten runter!

Was können wir uns leisten?

Die Preisspirale der Leistungsanbieter muss

ein Ende finden, der Kostendruck minimiert

werden.

3. Entscheidungen sind nötig!

Die Politik,

Land wie Bund, kann sich nicht weiter davor

drücken, auch unpopuläre Entscheidungen –

unter anderem den Abbau der Krankenhaus-

Überkapazitäten – zu treffen. Aussitzen war

gestern, heute und in Zukunft muss man zu-

packen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien

einen guten Rutsch ins neue Jahr, Glück

und Gesundheit.

Zum Schluss ist es mir ein Anliegen, auf

2015 abseits der Krankenkassenthemen zu-

rückzublicken. Es war geprägt von unfassbar

grauenvollen Bildern. Die Toten des Atten-

tats in den Räumen der französischen Satire-

zeitschrift »Charlie Hebdo« waren im Januar

2015 nur der Auftakt. Ertrunkene Flüchtlinge,

tote Kinder, die das ganze Leben eigentlich

noch vor sich hatten – diese Fotos gehen

nicht mehr aus dem Kopf. Die Anschläge

auf Flüchtlingsheime machten uns fassungs-

los. Der Terrortag von Paris und seine Opfer

bleiben unvergessen. Ich hoffe, dass das

neue Jahr nicht wieder von Leid, Terror und

Gewalt geprägt ist.

Reinhard Brücker

Vorstandsvorsitzender

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03|2015