Inform 3 / 2014
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Die Anzahl der kurzsichtigen Kinder ist in den letzten Jahren stark

gestiegen. Eine aktuelle Studie aus Taiwan zeigt, dass Kinder, die viel

Zeit an elektronischen Geräten verbringen, deutlich häufiger fehlsichtig

werden als Kinder, die viel im Freien spielen.

orscher warnen vor stark stei-

gender Kurzsichtigkeit, und

das weltweit. So verdoppelte

sich zum Beispiel in Taiwan der An-

teil kurzsichtiger Kinder im Alter von

acht Jahren zwischen 1990 und 2000.

Heute benötigen in asiatischen Groß-

städten bereits 80 bis 90 Prozent der

Schulabgänger eine Sehhilfe. Auch

in Amerika und Europa wurde diese

Entwicklung, wenn auch weniger gra-

vierend, nachgewiesen.

Grund ist die moderne Lebens-

weise. Statt im Freien verbringen die

Kinder heute viel mehr Zeit vor dem

Fernseher, Computer und am Smart-

phone. Die Nähe zum Gerät und das

fehlende natürliche Licht sind wesent-

liche Faktoren für die Ausprägung

der Kurzsichtigkeit. Während vor der

Computerspielära nur Leseratten ver-

mehrt von Kurzsichtigkeit betroffen

waren, greift diese Entwicklung nun

auch auf Kinder über, die mit Lesen

nicht viel am Hut haben.

Das Risiko ließe sich um 50 Pro-

zent verringern, wenn die Kinder ih-

re Schulpausen auf dem Hof statt im

Klassenraum verbringen würden, so

eine taiwanesische Studie von 2013.

Nachwuchs, der pro Woche mehr als

14 Stunden im Freien ist, wird laut

amerikanischen Forschern sogar zwei

bis drei Mal seltener kurzsichtig als

gleichaltrige Stubenhocker.

Eltern können also entsprechend

vorsorgen. Zeitliche Grenzen für die

Nutzung elektronischer Geräte sind

hilfreich. Das bringt Zeit für die

Beschäftigung mit Ball, Rad, Skate-

board und Inlinern. Der Fußweg zur

Schule sowie Hofpausen, Aufenthalte

auf dem Spielplatz und der Wochen-

endausflug ins Grüne sind leicht um-

setzbare Präventionsmaßnahmen ge-

gen die Kurzsichtigkeit.

Die entsteht meist in der Kindheit,

wenn der Augapfel zu lang wächst.

Entferntes, wie die Schrift an der Tafel,

kann dann nicht mehr auf der Netz-

haut abgebildet werden und erscheint

unscharf. Unerkannte Sehfehler be-

treffen laut Schätzung des Berufsver-

bandes der Augenärzte ca. 20 Prozent

der Kinder in Deutschland.

Doch auch bei aller Vorsorge gibt

es keine Sicherheit ohne Kontrolle.

Da gutes Sehen Voraussetzung für

eine gesunde Entwicklung und stress-

freies Lernen ist, sollten Kinderaugen

spätestens im Alter von dreieinhalb

Jahren, dann vor dem Schulbeginn

und in Folge alle zwei Jahre von ei-

nem Augenarzt, am besten zusammen

mit einem Orthoptisten, untersucht

werden.

MÖGLICHE ANZEICHEN

EINER KURZSICHTIGKEIT

Anstrengungsbeschwerden

beim Blick in die Ferne

(visueller Stress):

häufiges Blinzeln

häufiges Zukneifen der Augen

Das Kind …

hat Sehprobleme im

Schulunterricht.

hat schlechte Schulleistungen.

kann die Schrift an der Tafel

nicht lesen.

erkennt auf der Straße

bekannte Personen nicht.

ist auf dem Schulweg

gefährdet, weil es die Gefahren

im Straßenverkehr nicht

rechtzeitig erkennen kann.

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03|2014

© photocase.de/hketch