Inform 3 / 2014
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Die Lust am Gewinnen sowie der Spaß an Strategie und

Finesse machen das Spiel zu einem faszinierenden Zeitver-

treib. Glücksgefühle, Nervenkitzel, Spannung und Erre-

gung sind die Motivatoren, die das Spielen so faszinierend

machen. Das körpereigene Belohnungssystem läuft auf

Hochtouren. Und wann immer das der Fall ist, kann bei

einer vermeintlich harmlosen Beschäftigung eine handfeste

Suchtproblematik entstehen. Ein besonderes Potenzial weist

hierbei das Glücksspiel auf.

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2013 gelten etwa 438.000

Menschen zwischen 16 und 65 Jahren als krankhafte Spie-

ler. Fast jeder zehnte junge Mann zwischen 18 und 20 Jah-

ren zeigt demnach ein problematisches Spielverhalten. Der

Glücksspielsüchtige befindet sich in einem Teufelskreis, aus

dem er meist nicht mehr allein entrinnen kann. Nicht jeder

Glücksspieler wird automatisch spielsüchtig. Dennoch spie-

len manche trotz enormer finanzieller Verluste immer weiter.

»

Wenn ich einmal mit dem Spielen angefangen habe,

höre ich erst dann auf, wenn kein Geld mehr vorhanden

ist. Wenn ich gewinne, spiele ich weiter, um noch mehr

zu gewinnen; wenn ich verliere, muss ich weiterspielen,

um das verlorene Geld zurückzugewinnen.

«

Ein Spielsüchtiger verliert die Kontrolle über sein Verhal-

ten. Familie, Beruf und Freunde werden vernachlässigt – das

Spielen bestimmt das Leben. Es ist Trost und Herausforde-

rung zugleich. Beim »pathologischen (krankhaften) Glücks-

spiel« spricht man von einer stoffungebundenen Verhaltens-

sucht. Erkennen Sie die Tendenz zur Spielsucht bei sich selbst

oder anderen, ist es höchste Zeit, sich beraten zu lassen. Die

BZgA bietet in Zusammenarbeit mit den Gesellschaften des

Deutschen Lotto- und Totoblocks Informationen und Auf-

klärung über die Themen Glücksspiel und Glücksspielsucht:

www.spielen-mit-verantwortung.de

.

WestLotto nimmt die Jugend in Schutz:

»Responsible Gaming«

Jugendliche zählen zu den besonders gefährdeten Grup-

pen. In den letzten Jahren sei die Zahl kommerzieller Glücks-

spielanbieter weiter gestiegen. Nach Auskunft der BZgA ist

von 2009 bis 2011 der Anteil der 16- und 17-Jährigen, die

an Glücksspielen teilnehmen, von knapp 15 Prozent auf

fast 25 Prozent gestiegen. Zu dieser Entwicklung tragen

Angebote wie Spielautomaten und Online-Pokerspiele bei.

Diese Spiele werden vor allem von gewerblichen oder ille-

galen Anbietern auf den Markt gebracht, die in der Regel

dem Unternehmensziel der Gewinnmaximierung unterlie-

gen. Anders verhält es sich bei staatlichen Anbietern. Eines

der Hauptziele ist hier der Jugend- und Spielerschutz. Vor

diesem Hintergrund hat sichWestLotto als Veranstalter von

eher weniger gefährlichen Lotterien zusammen mit dem

Personal in den Annahmestellen schon früh dem »Respon-

sible Gaming« verpflichtet. Dieser Begriff steht für ein ver-

antwortungsvolles Spiel.

»Uns ist es ganz besonders wichtig, achtsam zu sein.

Wir wollen in erster Linie Jugendliche vor den Risiken des

Glücksspiels schützen und dafür Sorge tragen, dass niemand

über seine Verhältnisse spielt. Wir klären fair über unsere

Spiele und Gewinnmöglichkeiten auf. Der Spaß am Spiel soll

im Mittelpunkt stehen. ›Responsible Gaming‹ ist in unse-

rer Unternehmenskultur fest verankert. Wir übernehmen

Verantwortung und kümmern uns alle um Jugendschutz,

Spielerschutz, Spielsuchtprävention, Information und Auf-

klärung«, unterstreicht die verantwortliche Referentin für

»Responsible Gaming« Melanie Wigger von WestLotto.

Unter 18 ist tabu:

keine Kompromisse beim Jugendschutz

Beim Jugendschutz gibt es keine Ausnahmen.WestLotto

stattet daher bereits seit 2006 alle Werbemittel, Spielscheine,

Lose und Quittungen mit dem Hinweis auf das gesetzliche

Teilnahmeverbot für unter 18-Jährige aus. Auch Plakate,

Flyer und weitere Aufklärungsmaterialien haben entspre-

chende Hinweise. Die entscheidende Rolle fällt demAnnah-

mestellenpersonal zu. Es ist eine schwierige Aufgabe, das

Alter von Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer

richtig einzuschätzen. Daher werden die dortigen Mitar-

beiter darauf geschult, sich von allen Kunden, die jünger

als 25 aussehen, den Personalausweis zeigen zu lassen und

Minderjährige freundlich, aber bestimmt auf das Teilnahme-

verbot hinzuweisen. Das telefonisch oder schriftlich über-

mittelte Einverständnis der Eltern oder deren Anwesenheit

begründet hier keine Ausnahme. Ebenso werden Eltern, die

den Lottoschein von ihren Kindern ausfüllen lassen oder

Rubbellose an sie verteilen, mit dem Sinn der Jugendschutz-

maßnahmen vertraut gemacht. Auch Gewinnauszahlungen

an Kinder und Jugendliche sind in den Annahmestellen

grundsätzlich nicht möglich.

(Auszug aus dem Responsible Gaming Report 2013 von WestLotto)

Keine Kompromisse beim

Jugendschutz

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03|2014