Inform 3 / 2014
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Nachdem seine »Mensch ärgere Dich nicht«-

Simulation viele Tausend Male durchgelaufen

war, verfügte er über genügend Daten. Die beste

Strategie ist Trzewik zufolge, wann immer mög-

lich zu schlagen und ansonsten immer nur die

erste Figur (die weiter vorn ist) zu ziehen. Diese

Strategie gewährt einem schon mal einen Vorteil.

Der ist aber noch zu gering, um groß ins Ge-

wicht zu fallen. Man muss also zusätzlich noch

schummeln. Hier ist das Mittel der Wahl das

Bewegen von Figuren. Seine eigene Figur einen

Platz vorzurücken oder eine gegnerische einen

weiter nach hinten zu verfrachten, kann einem

bereits einen deutlichen Vorteil verschaffen.

Am besten initiiert man ein Ablenkungsma-

növer und zieht seine »führende« Figur falsch.

Empörung, Tumult, Tohuwabohu. Derweil ma-

nipuliert man unbemerkt eine andere Figur, am

besten mit dem kleinen Finger …

Mau-Mau

Ja, ich weiß, Mau-Mau ist wirklich öde. Des-

halb muss man es seinen Kindern auch schnell

verleiden. Drei, vier vernichtende Siege und die

Verhältnisse im Haus sind wieder zurechtge-

rückt. Mau-Mau ist ein bisschen tricky, wenn

man es nur zu zweit spielt. Bei mehreren Teil-

nehmern sollte man immer darauf achten, wer

in der Gesamtbilanz führt. Diesen Gegner sollte

man attackieren, zum Beispiel indem man den

Spieler gewinnen lässt, der hinter einem sitzt,

und nicht etwa eine Acht ausspielt, selbst wenn

man eine auf der Hand hat. Grundsätzlich sollte

man hohe Werte möglichst ganz zu Anfang aus-

spielen. Es kommt nicht darauf an, jedes Spiel zu

gewinnen, sondern verlorene Spiele nicht hoch

zu verlieren. Mehr kann man eigentlich nicht

machen (den sinnvollen Gebrauch von Siebenen,

Achten und Buben setze ich voraus).

Wie gesagt: Mau-Mau ist wirklich öde. Aber

wenn man ab und an zwei Karten auf einmal ab-

legt oder die Punkte für die Abrechnung falsch

zählt, kommt man schon irgendwie klar. Mau-

Mau ist nicht nur öde, das Spiel ist auch nichts

für Weicheier. Ohne gepflegtes Schummeln geht

da gar nichts.

Die armen Kinder

Die armen Kinder wissen jetzt, dass ihre Al-

ten es immer noch draufhaben. Sie sind nicht die

Einzigen, die mit Cheats und Walkthroughs ihre

Online-Gegner schlecht aussehen lassen können.

Ihre Eltern sind ausgebuffte Brettspielprofis, die

sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen

und nicht so blöd sind, die Kinder aus falsch

verstandener Sentimentalität gewinnen zu las-

sen. Möge die Macht mit uns sein …

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