Inform 3 / 2013 - page 30

03|2013
HÖREN HEISST DAZUGEHÖREN –
MEHR GELD FÜR HÖRGERÄTE
Bochum – Rund 20 % der Bevölkerung beurteilen ihre Hörfähigkeit als einge-
schränkt, berichtet das Robert-Koch-Institut. Der Anteil der Menschen, die
Schwierigkeiten beim Hören haben, schwankt nach Alter und Geschlecht. Bei
den über 65-Jährigen hören nur noch 59 % der Männer und 65 % der Frauen
ohne Schwierigkeiten. Viele Schwerhörige nutzen Hörgeräte als Hilfen – bis
zu 500.000 Versicherte werden pro Jahr versorgt.
Hörgeräte gehören in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu den
Hilfsmitteln und werden von den Kassen bis zu einem Höchstbetrag erstattet.
Dieser sogenannte Festzuschuss liegt für Versicherte, die älter als 18 Jahre
sind, seit dem 1. November 2013 bei 784,94 Euro – vorher waren es
421,28 Euro. Dem liegt eine Entscheidung des Spitzenverbandes der Gesetz-
lichen Krankenversicherung zugrunde, um eine angemessene Versorgung
Schwerhöriger sicherzustellen. „Durch den Festzuschuss muss grundsätzlich
eine Versorgung ohne Zusatzkosten für die Versicherten möglich sein“,
erläutert Christian Hüls, bei der BKK vor Ort verantwortlich für den Bereich
Hilfsmittel. „Daher empfehlen wir in jedem Fall, den Hörgeräteakustiker
bei der Auswahl eines Hörgerätes nach einem aufzahlungsfreien Modell zu
fragen. Sollte sich der Versicherte doch für ein teureres Hörgerät entscheiden,
muss er die Mehrkosten selbst zahlen.“
DATENSCHUTZ WIRD BEI DMP
GROSSGESCHRIEBEN
Mit der Teilnahmeerklärung für ein DMP-Programm stimmen Sie auch zu,
dass bestimmte Daten gespeichert und ausgewertet werden dürfen. Denn der
Gesetzgeber schreibt vor, dass der Erfolg von BKK MedPlus wissenschaftlich
überprüft werden muss. Dafür sind Daten über den Verlauf und die Ergeb-
nisse der Behandlung erforderlich. Dabei wird streng auf die Einhaltung des
Datenschutzes geachtet.
Nach einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Regelung der
Aufbewahrungsfristen sind die DMP-Daten für die Dauer von 15 Jahren aufzu-
bewahren. Nach Ablauf der Frist sind die DMP-Daten unverzüglich, spätestens
innerhalb von sechs Monaten zu löschen. Somit sind frühestens Anfang 2018
Daten für die Teilnehmer aus 2002 zu vernichten.
Der Gesetzgeber fordert, dass Ihr Arzt Ihren Behandlungsverlauf gesondert
dokumentiert. Die Dokumentationen werden später wissenschaftlich ausge-
wertet und überprüft. Dabei bleibt selbstverständlich der Schutz Ihrer persön-
lichen Daten gewährleistet. Die Informationen werden vor ihrer Weitergabe
so verschlüsselt, dass kein Rückschluss auf die Patienten möglich ist. Über
die genaue Verwendung der Daten, die für die Erfolgsbeobachtung benötigt
werden, werden wir Sie zum Beginn der Einschreibung informieren können.
News
Geriatrische Rehabilitation
Es handelt sich dabei um eine beson-
dere Kurform für ältere Menschen mit
mehreren altersbedingten Beschwer-
den und Einschränkungen (Multimorbi-
dität).
Was ist anders als bei der
„klassischen“ Kurvariante?
Zusätzlich zur Versorgung konkreter
Gesundheitsprobleme werden Patien-
ten hier umfassend betreut, geschult,
trainiert, auch Angehörige werden ein-
bezogen und Hilfen für die Zeit nach
der Entlassung organisiert. Um all das
zu leisten, arbeiten in einer geriatri-
schen Rehabilitationseinrichtung vie-
le Fachrichtungen unter einem Dach:
Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Ergo-
therapeuten, Logopäden, Psychologen
und Sozialarbeiter.
Ihre Maßnahmen dienen einem wichti-
gen Ziel: das alltägliche Leben im Alter
selbstständig zu meistern, am besten zu
Hause und mit möglichst wenig Pflege.
Geriatrische Rehabilitation ist also für
viele Ältere eine Riesenchance auf ein
erfülltes, selbstbestimmtes Leben.
Voraussetzungen für die
geriatrische Rehabilitation
Um eine geriatrische Rehabilitation be-
antragen zu können, muss der Patient
ein höheres Lebensalter erreicht haben
(in der Regel ab 70 Jahre) und min-
destens zwei geriatrietypische behand-
lungsbedürftige Krankheiten aufweisen,
zum Beispiel Immobilität, intellektuellen
Abbau, Störungen der Nahrungsaufnah-
me, Sturzneigung, Angststörungen und
Kontinenzprobleme.
Außerdem sollte der Patient rehabilita-
tionsbedürftig und -fähig sein.
WAS IST
EIGENTLICH …?
© mistic_boy/istockphoto.com
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