Inform 3 / 2013 - page 16

Grippe
und wie man sie überlebt
Der Maler Egon Schiele, der Soziologe
Max Weber und Sophie, die Tochter von
Sigmund Freud, haben eines gemein – sie
starben an den Folgen der Spanischen Grip-
pe. Diese weltweite Grippeepidemie for-
derte zwischen 1918 und 1920 geschätzte
50 Millionen Todesopfer.
Jedes Jahr treffen neue Grippeviren mit unbekann-
ten Eigenschaften auf ihre menschlichen Wirte.
Diese permanenten Veränderungen –Mutationen –
sind der Grund dafür, dass eine Impfung immer
nur vor den aktuell gefundenen Viren schützen
kann. Der Antiviruscocktail wird also jedes Jahr
neu zusammengebraut. Und jetzt steht er wieder
bereit, um von den Hausärzten verabreicht zu wer-
den. Glücklicherweise sind seit vielen Jahren keine
so gefährlichen Erreger wie die der Spanischen
Grippe aufgetaucht, doch gefährlich bleibt die
Grippe in jedem Fall – nicht nur, weil eine erneu-
te Vermischung mit dem Vogelgrippevirus wie ein
Damoklesschwert über unseren Köpfen schwebt.
So sind nicht selten Lungen- oder Herzmuskelent-
zündungen Folgen einer nicht auskurierten Grippe.
Eine echte Grippe (Influenza) unterscheidet sich
durch folgende Symptome von einer Erkältung:
Influenza/Grippe:
Plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber (über
38,5° Körpertemperatur), trockener Reizhusten,
Kopf-, Hals-, Muskel- und Gliederschmerzen, Abge-
schlagenheit, manchmal Übelkeit/Erbrechen
Erkältung:
Langsamer Krankheitsbeginn, kein Fieber, haupt-
sächlich Schnupfen
Besonders gefährdet sind Menschen über 60 Jah-
re, medizinisches Personal, Schwangere, Bewoh-
ner von Alten- und Pflegeheimen sowie chronisch
Kranke jeden Alters mit Atemwegserkrankungen
(COPD/Asthma), Herz-Kreislauf-/Leber-/Nieren-
erkrankungen, Diabetes mellitus, multipler Sklero-
se oder geschwächten Abwehrkräften.
Um sich impfen zu lassen, vereinbaren Sie einen
Termin mit Ihrem Hausarzt. Die Kosten für die Imp-
fung übernimmt die BKK vor Ort. Gern senden wir
Ihnen weitere Informationen zum Thema zu. Einen
aktuellen Impfkalender können Sie sich auf unserer
Internetseite herunterladen.
Unsere Broschüre „Achtung Grippe“ mit Infos rund
ums Thema Grippe können Sie ebenfalls online auf
bestellen.
Weitere sachliche
Informationen zum
Thema bieten Ihnen
die Internetseiten des
Robert-Koch-Instituts:
DIE SPANISCHE GRIPPE
Zwischen 1918 und 1920 forderte die Spanische Grippe rund
50 Millionen Todesopfer. Die genaue Anzahl der Opfer ist
unbekannt, da aus entlegenen Gebieten der Erde keine Zahlen
vorliegen, auch aus Russland nicht. Allein in Indien starben
17 Millionen Menschen.
Vor einigen Jahren rekonstruierten Wissenschaftler die Struktur
des Virus. Offenbar stammte der Erreger – sein vollständiger
Name lautet H1N1 – direkt von einem Vogelgrippevirus ab.
Das rekonstruierte Virus zeigte im Tierversuch seine außeror-
dentlich hohe und todbringende Aggressivität. So starben von
100 infizierten Personen drei an der Spanischen Grippe. Andere
Grippepandemien hingegen weisen eine Sterblichkeitsrate von
etwa 0,1% auf.
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