Inform 3 / 2013 - page 12

Was bei einer Laktoseintoleranz den
Darm vieler Menschen überfordert,
ist nicht die Milch an sich, sondern
der Milchzucker, Laktose genannt.
Manche Menschen können das für
seine Verdauung erforderliche Enzym
Laktase nicht bilden.
Aus Milch wird Gas
Laktase spaltet den Milchzucker in
die Einfachzucker Galaktose und
Glukose auf. Geschieht dies nicht,
wandert die Laktose unverdaut in
den Dickdarm, wo sie von den dort
ansässigen Bakterien in Kohlendioxid,
Methan und Wasserstoff umgewan-
delt wird. Die möglichen Folgen sind
Blähungen, Durchfall, Bauchkrämpfe,
Übelkeit. Uneindeutigere Symptome
wie Kopfschmerz oder Schwindel
können auch vorkommen, ebenso
Müdigkeit oder Depression. Je mehr
Laktose man zu sich nimmt, desto
stärker werden die Symptome.
Wie erkennt man Laktoseintoleranz?
Wenn es häufiger einmal rumort im
Gedärm und man wissen möchte, ob
das vielleicht an Laktoseintoleranz
liegt, gibt es verschiedene Möglichkei-
ten, das zu testen. Für zu Hause bie-
tet sich eine laktosefreie Diät an. Es
sollte circa zwei Wochen lang auf jeg-
liche Laktose verzichtet werden. Fühlt
man sich dann besser, hat man einen
ersten Hinweis. Danach kann man
zur Sicherheit einen Expositionstest
hinterherschieben: Der Körper wird
der Laktose jetzt bewusst ausgesetzt.
Ungefähr 50 bis 100 Gramm Milch-
zucker in Pulverform in ein Glas Was-
ser rühren und runter damit. Fühlt
man sich danach schlechter, hat man
einen weiteren Hinweis. Dann sollte
man bei seinem Hausarzt einen Test
auf Laktoseintoleranz durchführen
lassen.
Was tun bei Laktoseintoleranz?
Im Augenblick ist es nicht möglich,
Laktoseintoleranz, also den Mangel
an Laktase im Körper, zu heilen. Das
bedeutet aber nicht, dass Betroffene
ein Leben lang auf Milchprodukte
verzichten müssen. Zum einen kann
man dem Körper das fehlende Enzym
Laktase zuführen. Es ist frei erhältlich.
Mit einer zusätzlichen Ernährungs-
umstellung schafft man es meistens,
annähernd symptomfrei zu leben.
Ernährungsumstellung –
wie geht das?
Die Verbraucherzentrale Hamburg
hat im Jahr 2012 einen Markt-Check
gemacht und Erstaunliches festge-
stellt: So gibt es zum Beispiel ein lak-
tosefreies Schwarzbrot, das 383%
Bei Laktoseintoleranz
handelt es sich um
eine Nahrungsmittel-
unverträglichkeit,
nicht um eine Allergie.
Sie ist deshalb auch
nicht zu verwechseln mit
einer Kuhmilchallergie,
die andere Ursachen hat
und wesentlich schwer-
wiegender sein kann.
Mehr Geld für weniger Laktose
Broschüre Lebensmittelunverträglichkeit
Milch
AL
1387
WEBCODE
735
WEBCODE
GESUNDHEIT
12
03|2013
1...,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11 13,14,15,16,17,18,19,20,21,22,...32
Powered by FlippingBook