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02|2015

Präparaten, verwendet die Gesundheitsbranche

auch gern die relative Häufigkeit – beim Beispiel

der Fettsenker wären das also die 37 Prozent.

Diese Zahl ist größer, also muss wohl auch der

Nutzen größer sein …

Wir wollen Ihnen helfen, solche »Tricks«

zukünftig zu durchschauen, und Ihnen die wich-

tigen Informationen für wichtige Entscheidun-

gen geben. Deshalb starten wir in der

inform

eine Reihe, in der wir das Pro und Kontra spe-

zifischer Therapien erörtern und klar darstellen.

Damit hoffen wir Ihnen eine Basis für die für

Sie richtigen Entscheidungen geben zu können.

AUFBRUCH IN DAS

JAHRHUNDERT

DES PATIENTEN

Gerd Gigerenzer forscht

am Max-Planck-Institut

für Bildungsforschung in

Berlin vorwiegend an der

Fragestellung, wie

Menschen rationale

Entscheidungen treffen

können. Er ist überzeugt

davon, dass aufgeklärte

Patienten bessere

Entscheidungen treffen.

Diese führen idealer-

weise zu einer besseren

Versorgung und geringe-

ren Kosten im Gesund-

heitssystem. In den

Infoboxen, die den Kern

unserer neuen Reihe

bilden, stützen wir uns

auf eine Theorie von Prof.

Gigerenzer: Um rationale

und »gute« Entscheidun-

gen zu treffen, reichen

einige Kerninformationen

aus. Um zum Beispiel zu

entscheiden, ob man sein

Kind gegen Masern

impfen lässt, ist weder

ein Medizinstudium noch

eines der mathemati-

schen Statistik erforder-

lich, sondern lediglich

fünf bis sechs verständ-

lich und übersichtlich

aufbereitete

Einzelinformationen.

Dazu hat er ein empfeh-

lenswertes Buch

geschrieben: »Bessere

Ärzte, bessere Patienten,

bessere Medizin. Auf-

bruch in ein transparen-

tes Gesundheitssystem«.

(medizinisch Wissenschaftliche

Verlagsgesellschaft, Berlin 2013,

ISBN 978-3-941468-82-5.)

VON 10.000 MENSCHEN ERKRANKEN BEI VIRUSKONTAKT …

NEBENWIRKUNGEN

Wie bei jeder Impfung sind Rötun-

gen, Schmerzen und Schwellungen

an der Einstichstelle möglich.

Schwerwiegende Reaktionen sind

sehr selten:

VON 10.000 MMR-GEIMPFTEN

KINDERN

erleiden

als

Nebenwirkung der Impfung …

AN MASERN

9.310

93–745

AN MUMPS

2.400–4.800

72–912

0–1

einen Blutplättchen-Abbau

2–16

Fieberkrämpfe

AN RÖTELN

4.000–9.000

40–270

OHNE MMR-Impfung …

mit MMR-Impfung …

Kombinierte Impfung gegen

Masern, Mumps und Röteln:

SOLL ICH MEIN KIND

IMPFEN LASSEN?

Nutzen: Bei Viruskontakt ist

mein geimpftes Kind auch

künftig besser gegen Masern,

Mumps und Röteln geschützt.

Je mehr Menschen geimpft

sind, desto unwahrscheinli-

cher werden Viruskontakte.

Zwischen der Impfung und

Autismus gibt es keinen

Zusammenhang: Die Studie

von 1998 mit dieser Behaup-

tung erwies sich als

Fälschung.

Quelle: Max-Planck-Institut für

Bildungsforschung in Berlin

FAKTENCHECK