Inform 1 / 2016
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www.viactiv.de

Von den rund 5.800 Neugeborenen, die als Versicherte

der VIACTIV im Jahr 2015 zur Welt kamen, war jedes

zwölfte zu früh, also vor der 37. Schwangerschaftswo-

che. Wird ein Kind vor 32 Schwangerschaftswochen ge-

boren, liegt das Geburtsgewicht in der Regel unter 1.500

Gramm. Dies betrifft bei der VIACTIV etwa 1 Prozent der

Neugeborenen. Mittlerweile haben auch Babys mit weni-

gen Hundert Gramm Geburtsgewicht eine gute Chance,

gesund in die Welt zu starten – wenn sie von Anfang

an gut versorgt werden. Sie benötigen eine hochspezi-

alisierte Versorgung, die allerdings nicht jedes Kranken-

haus leisten kann. Sogenannte Perinatalzentren sind auf

diese Babys spezialisiert und technisch wie personell für

die Versorgung besonders ausgestattet. Aber auch bei

den für die Behandlung dieser Babys zugelassenen Kli-

niken gibt es Unterschiede in der Qualität. Dass alle Kli-

niken großes Interesse an solchen Fällen haben, ist nur

zu verständlich. Schließlich winken Vergütungssätze von

einigen Zehntausend bis über einhunderttausend Euro.

Unter

www.perinatalzentren.org

können Eltern und Ärz-

te jetzt die Qualität aller Perinatalzentren vergleichen.

Datengrundlage der Internetplattform, die das Institut

für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im

Gesundheitswesen (AQUA-Institut) im Auftrag des Ge-

meinsamen Bundesausschusses (G-BA), des obersten

Beschlussgremiums im deutschen Gesundheitswesen,

erstellt hat, sind Angaben zur Behandlungsqualität von

222 Krankenhäusern innerhalb der letzten fünf Erfas-

sungsjahre, also von 2010 bis 2014.

»Wir sind sehr froh, dass mittlerweile alle Kliniken, die

diese Leistung erbringen, in einen Qualitätsvergleich

einbezogen sind, der allgemeinverständlich und im Inter-

net für jeden zugänglich ist«, erläutert Reinhard Brücker,

Vorstandsvorsitzender der VIACTIV Krankenkasse, und

ergänzt: »Das hilft betroffenen Eltern und einweisenden

Ärzten bei der Auswahl einer geeigneten Klinik.«

Allerdings hätte sich der Kassenchef bereits bei der Zu-

lassung von Perinatalzentren durch die Landespolitik

mehr Qualität gewünscht. Nämlich die Berücksichti-

gung der Erfahrung und Routine einer Klinik mit solchen

Fällen. »Es ist schon ein riesiger Unterschied, ob der

Erfahrungsschatz einer Klinik auf durchschnittlich fünf

Fällen im Jahr beruht oder auf über 80. Beides gibt es

innerhalb eines Radius von 25 Kilometern rund um un-

seren Kassensitz oder unsere Geschäftsstellen. Leider

haben sich die Kliniken dieser Forderung erfolgreich

widersetzt.« Hierauf können Eltern und Ärzte aber jetzt

selbst achten, denn im Qualitätsvergleich ist auch die

Zahl der Behandlungsfälle angegeben. »Aus unserer

Sicht sollte für die Versorgung von Frühchen mit einem

Geburtsgewicht von weniger als 1.500 Gramm die Erfah-

rung und Routine aus mindestens 30 Behandlungsfällen

im Jahr vom Krankenhaus nachgewiesen werden«, so

Reinhard Brücker.

Der G-BA hatte im Sommer 2013 den Beschluss gefasst,

dass Krankenhäuser, die zur Versorgung von Früh- und

Neugeborenen zugelassen sind, zunächst freiwillig ihre

Ergebnisdaten über Behandlungen zentral veröffent-

lichen. Seit dem 1. Dezember 2015 sind alle Perina-

talzentren verpflichtet, ihre Ergebnisdaten auf der zen-

tralen Internetplattform

www.perinatalzentren.org

zu

veröffentlichen.

Mehr Qualität

für Frühchen

Qualitätsvergleich von Perinatalzentren im Internet

© martinedoucet / istock