01|2013
In den letzten Jahren hat sich die An-
zahl der Wirbelsäulenoperationen
verdoppelt. Einen medizinischen
Grund für diesen rasanten Anstieg
gibt es jedoch nicht. Ebenso wenig
lässt sich diese Steigerung mit der
demografischen Entwicklung der
Gesellschaft erklären.
Warum gibt es immer mehr Wirbel-
säulenoperationen? Werden die Men-
schen kränker? Werden Sie älter? Wer-
den die Methoden besser? Von allem
ein bisschen, aber nicht einmal alle
Gründe zusammengenommen können
erklären, warum so viele Wirbelsäu-
lenoperationen durchgeführt werden.
Eine der Ursachen für die ausufernde
Zahl der Operationen könnte in der
Verbesserung der Diagnostik liegen.
Oft zeigen sich bei einer Untersuchung
mit einem Kernspintomografen Ver-
änderungen am Rücken. Diese sind
jedoch meist gar nicht die Ursache
vorhandener Rückenschmerzen und
müssten deshalb auch nicht operiert
werden. Die Praxis zeigt: Konserva-
tive Therapien helfen selbst bei mas-
siven Rückenschmerzen oft besser als
ein chirurgischer Eingriff. So werden
wider besseres Wissen viele Operatio-
nen deshalb durchgeführt, weil sie den
Krankenhäusern einen guten Umsatz
bescheren.
80% THERAPIEERFOLG –
AUCH OHNE OPERATION
Die spezielle orthopädische Schmerz-
therapie erlaubt es, durch gezielte
Injektionen an den austretenden Ner-
ven oder in den Wirbelkanal an der
betroffenen Nervenwurzel anzugrei-
fen. Die Erfolgsrate dieser minimal-
invasiven Behandlungsmethode liegt
bei mehr als 80 Prozent und erreicht
damit die gleichen Werte wie Operati-
onen am Rücken.
RÜCKENSCHMERZEN:
EINE VOLKSKRANKHEIT
In Deutschland leiden heute acht von
zehn Menschen im Laufe des Lebens
unter behandlungsbedürftigen Rü-
ckenschmerzen. Bandscheibenschä-
den gehören zu den 20 häufigsten
Diagnosen in den Arztpraxen. Mit
25,8 Prozent führen Rückenschmer-
Der Wirbelsäulen-
operationswahn
zen heute die Statistik der Ursachen
für Arbeitsunfähigkeit an. Rückenpro-
bleme sind für insgesamt 18 Prozent
aller Frühverrentungen in Deutsch-
land verantwortlich, und auch 50
Millionen Tage Arbeitsunfähigkeit in
Deutschlands Betrieben sind die Folge
von Rückenbeschwerden.
Wesentliche Ursachen für Rücken-
schmerzen sind nach Meinung der
Experten vor allem die geänderten
Lebensumstände: einseitige Belastun-
gen, langes Sitzen, insgesamt geringe
Aktivität der Rücken- und Bauchmus-
kulatur. Das führt zu Überlastung und
vermehrten Verschleißveränderungen.
Dabei hat die Schwäche der Rücken-
muskulatur ihren Ursprung oft schon
im Kindesalter.
Wir haben zu dem Thema mit Prof.
Dr. Fritz Uwe Niethard gesprochen,
dem Generalsekretär der Deutschen
Gesellschaft für Orthopädie und Or-
thopädische Chirurgie.
© BeyzaSultanDURNA /istockphoto.com
So holen Sie eine zweite Meinung ein
Wenn Ihr Arzt eine Wirbelsäulenoperation empfiehlt
und Sie unsicher sind, ob Sie sich operieren lassen soll-
ten, kann eine zweite Arztmeinung sinnvoll sein.
Bevor Sie einen anderen Arzt konsultieren, nehmen Sie
bitte mit uns Kontakt auf, damit wir über die Kosten-
übernahme entscheiden können.
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserer
kostenlosen Servicenummer 0800 222 12 11.
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